Die kleine Stadtbeetreportage:,,Warum machen wir das so?“

Vom Reichtum des Herbstes in die Ruhe des Winters

Unsere Anlagen dürfen Winterschlaf halten. Warum der Garten jetzt Stille braucht und wie Insekten und andere Tiere davon profitieren.

Wenn der Herbst mit seiner Fülle an Früchten, Samen und Farben langsam in den Winter übergeht, verändert sich nicht nur die Landschaft. Auch das Leben im Garten wandelt sich. Was für uns wie ein Rückzug wirkt ist für viele Tiere eine entscheidende Lebensphase. Während die Natur äußerlich still wird beginnt eine Phase des Verharrens und Überdauerns. Dies braucht unseren Schutz und vor allem Ruhe. Deswegen lassen wir in dieser Zeit unsere Beete so gut als möglich in Ruhe.

Igel brauchen Laubhaufen und Totholz um ein geschütztes Winternest zu bauen. Frösche und Kröten überwintern in Erdmulden, Komposthaufen oder unter Laubschichten. Vögel finden im verbleibenden Pflanzenmaterial Samen und Insektenlarven. Viele Insekten sterben nicht im Herbst, wie man oft denkt. Sie überwintern, aber jeder auf seine eigene Art. Zum Beispiel Schmetterlingspuppen hängen an Pflanzenstängeln, im Gras oder an Brennnesseln. Wildbienen überdauern als Larve oder fertiges Insekt in markhaltigen Stängeln oder im Boden. Käfer und Wanzen verstecken sich unter Rindenstücken, Laub oder im Totholz. Hummelköniginnen nutzen leere Mauselöcher oder graben sich in die Erde ein und nutzen abgestorbene Pflanzenteile als Schutz. 
Für sie alle sind ,,ungepflegte" natürliche Ecken kein Zeichen von Vernachlässigung, sondern lebenswichtig.