Die kleine Stadtbeetreportage: Naturnah gärtnern ohne Gift
Im Juni stehen unsere Anlagen in voller Blüte. Gleichzeitig treten vermehrt Blattläuse und Schnecken auf. Im naturnahen Gärtnern verzichten wir jedoch bewusst auf jegliche Form von Gift. Egal ob gegen Läuse, Schnecken oder andere vermeintliche Schädlinge.
Pflanzenschutzmittel wirken nicht gezielt. Sie treffen nicht nur die unerwünschten Arten, sondern IMMER auch ihre natürlichen Gegenspieler, wie Marienkäfer, Florfliegen, Vögel oder Igel. Werden diese geschwächt, folgt oft ein noch stärkerer Schädlingsbefall. Das ökologische Gleichgewicht gerät aus dem Takt.
Stattdessen setzen wir auf natürliche Regulation. Z.B. Marienkäfer und ihre Larven vertilgen Blattläuse, Vögel füttern ihren Nachwuchs mit Insekten, Häuschenschnecken ernähren sich überwiegend von abgestorbenem Pflanzenmaterial. Nur wenn sie keine Wahl haben fressen sie frische Pflanzen und unser Gemüse. Daher bietet es sich an die ausgerissenen Beikräuter einfach liegen zu lassen, zudem wird der Boden vor Austocknung geschützt und gleichzeitig mit Nährstoffen versorgt. Auch unter den Nacktschnecken gibt es Arten, wie den Tigerschnegel, der nicht unsere Nutzpflanzen frisst, sondern, unter anderem, die Gelege der spanischen Wegschnecke und manchmal sogar die Wegschnecke selbst. Dieser Ansatz gilt nicht nur für öffentliche Anlagen, sondern ebenso für private Gärten und Balkone. Wer auf Vielfalt setzt, mit unterschiedlichen Pflanzen, Blühangeboten und Lebensräumen, wie z.B. Totholzhaufen, Käferkeller oder Abschnitten unter Hecken und Büschen, stärkt die Nützlinge und schafft ein stabiles Gleichgewicht. So schützen wir gemeinsam unsere Gärten, ohne dabei unbeabsichtigt auch die Helfer der Natur zu schädigen.
Naturnahes Gärtnern im Juni bedeutet, auf Vielfalt zu vertrauen und der Natur ihre regulierende Kraft zu lassen.
