Mario Capezzuto ist Lorchs Sportpionier 2023

Sportlerehrung: Für seinen jahrzehntelangen Einsatz im Sport und für die Vereine in Lorch und dem Ostalbkreis haben die Vereinsverbände Cav. Mario Capezzuto am Samstag zum Lorcher Sportpionier ernannt. Der 70-Jährige zeigte sich gerührt und dankte allen Wegbegleitern.

Von Benjamin Richter, Rems-Zeitung, 16.1.2023

Lorch. Die Laudatio für den Sportpionier hielt mit dem ehemaligen Ministerialrat und international erfolgreichen Leichtathlet Herbert Moser einer, der Mario Capezzuto seit vielen Jahren „aus verschiedenen Dingen“ kennt. Er skizzierte Kindheit und Jugend des Gewürdigten, der im zarten Alter von neun Jahren aus Sarno bei Neapel nach Lorch kam und vor allem durch den Sport Anschluss zu Gleichaltrigen fand.

Wie ein roter Faden zieht sich der Sport durch Mario Capezzutos Leben: So war er nach dem Studium am Pädagogischen Fachseminar in Gmünd zunächst als Sportlehrer tätig, bevor er 1997 in den Landtag berufen wurde. Im privaten Bereich war er als Ringer und Handballspieler aktiv, später als Trainer, Jugendleiter und Schiedsrichter. Dem Lorcher Stadtverband Sport sitzt Capezzuto seit 1995 vor, dem VdK-Ortsverband seit 2003, dem Gmünder AGV 1952 seit 2013, und auch in Gemeinde- und Kreistag ist das SPD-Mitglied seit mehr als 30 respektive 20 Jahren bis heute aktiv. Zwischendurch war der zweifache Vater noch fünf Jahre lang Fußballvorstand beim 1. FC Normannia Gmünd. Wenn man die vielen Positionen zusammenrechne, sagte Herbert Moser, kämen zwischen 160 und 180 Jahre des Engagements zusammen. „Man könnte sagen, er hat schon mehrere Leben hinter sich gebracht“, drückte der Ministerialrat a.D. seine Anerkennung aus.

Zu den Dingen, die Capezzuto, wie auch er selbst, vom Sport für das Leben gelernt hätten, zählten Teamgeist und Ausdauer, fuhr Moser fort – und führte als Beleg die gut und gerne 150 WhatsApp-Nachrichten an, die der umtriebige Lorcher ihm während eines Spiels der Fußball-WM gesendet habe. „Wäre Mario Berater beim DFB gewesen, wäre Deutschland Weltmeister geworden“, zeigte sich Moser angesichts Capezzutos vieler Ideen zur Mannschaftsaufstellung überzeugt. Schließlich ehrte er den 70-Jährigen, der seit 2002 den italienischen Ehrentitel Cavaliere führen darf, was so viel wie „Ritter“ bedeutet, noch augenzwinkernd als „Pionier der schwäbischen Küche“: So tische er entgegen der Erwartungen der Gäste gern mal Linsen, Spätzle und Grillwürste auf, wenn sich Besuch ankündige. „Ein Italiener, der die schwäbische Küche verteidigt – so etwas habe ich noch nie erlebt“, sagte Herbert Moser.

Mario Capezzuto sichtlich gerührt - Foto: astavi

Schließlich trat der neue Sportpionier sichtlich gerührt selbst ans Mikrofon und dankte allen Wegbegleitern und Unterstützern in Verbänden und Vereinen, besonders seiner Familie. „Audaces fortuna juvat“, zu Deutsch „Dem Tüchtigen hilft das Glück“, das Motto im Stadtwappen von Sarno, der Stadt seiner ersten Lebensjahre, begleite ihn bis heute, sagte Mario Capezzuto – und schloss mit der Bitte, sich weiterhin für die Vereinsarbeit einzubringen.