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Wasserverband Rems

Einweihung des Hochwasserrückhlatebeckens 4

Hochwasserrückhaltebecken 4

Nach dreieinhalb Jahren Bauzeit hat der Wasserverband Rems das HRB 4 zwischen Plüderhausen und Urbach im Juni 2020 fertiggestellt und am 08.09.2020 eingeweiht.
 
Aufgabe des Verbands, zu dem sich das Regierungspräsidium Stuttgart, die Landratsämter des Ostalb- sowie Rems-Murr-Kreises sowie zwölf Remsanliegergemeinden (die Stadt Lorch ist auch Mitglied) zusammengeschlossen haben, ist es die Menschen an der Rems vor Hochwasser zu schützen sowie auch die ökologische Gewässerentwicklung der Rems. Bis dato wurden die Becken Schorndorf/Winterbach Nr. 6, Schwäbisch Gmünd/Reichenhof Nr. 1, Lorch/Waldhausen Nr. 9 sowie jüngst das Becken in Plüderhausen/Urbach fertiggestellt.
 
Das HRB 4 ist als Trockenbecken im Hauptanschluss der Rems konzipiert. Bedingt durch die Lage zwischen der Bahnlinie Stuttgart-Aalen und der 2-bahnigen B29 mussten rund 82.000 m³ bindiges Erdmaterial für rund 2,3 km Deichschüttung eingebaut werden.
Da bei vollem Einstau die Wasserlinie bis in die Ortslage von Plüderhausen reicht, war im Zuge dieser Maßnahme ein örtlicher Hochwasserschutz mit rund 380 m langer Hochwasserschutzmauer und örtlichen Eindeichungen auch am in die Rems einmündenden Bärenbach herzustellen.
Der rund 370 m lange Haupt- und Absperrdamm hat eine mittlere Höhe von rund 4 m, die maximale eingestaute Wassertiefe über Talgrund beträgt 3 m.
 
Das wichtigste und kostenintensivste Bauteil stellt das rund 30 m breite Absperr- und Durchlassbauwerk mit den integrierten Schütztafeln und den zugehörigen Drehanrieben dar. Die Steuerung erfolgt im nahen Betriebsgebäude. Hier ist neben der Leitwarte auch ein mobiles Notstromaggregat untergebracht.
 
Das Remshochwasser wird durch das HRB 4 im statistisch berechneten hundertjährlichen Abflussereignis von 185 m³/s auf 167 m³/s gedrosselt. Diese Drosselung erfolgt mittels drei jeweils 7,50 m breiter Rollschütze. Zwei weitere 2,50 m breite Schützöffnungen auf höherliegenden Bermen dienen der ökologischen Durchgängigkeit. Der für den Betrieb wichtige Steuer- und Kontrollpegel liegt im Durchlassbereich der Remsbrücke bei der Kläranlage in Urbach.
Die Talaue stellt einen natürlichen Überflutungs- und Rückhalteraum dar. Bedingt durch die Größe des 36 ha großen Speicherraums (Einstauvolumen 670.000 m³) wird das HRB 4 gemäß DIN als mittelgroßes Becken eingestuft.
 
Eine rund 30 m breite Entlastungsscharte am südlichen Rand des Absperrdammes dient als Not-Überströmbereich und verbessert die Betriebssicherheit.
 
Das Durchlassbauwerk liegt im bestehenden Gewässerbett. Für die Errichtung musste eine rund 120 m lange Remsumleitung mit 380 überschnittenen Bohrpfählen errichtet werden. Um den Wasserandrang während der Tiefbauarbeiten zu bändigen, wurde die Unterstrom liegende Wehranlage abgestaut.
 
Um den Flächeneingriff durch Dammanlagen und Ingenieurbauwerke zu kompensieren, wurde ein rund 450 m langer Remsabschnitt westlich von Plüderhausen im Gewässerbereich der Bärenbachmündung als ökologische Ausgleichmaßnahme naturnah umgestaltet.
 
Die Baumaßnahme wurde nach den Förderrichtlinien Wasserwirtschaft zu 70 Prozent vom Land Baden-Württemberg gefördert. Der Restbetrag wird von den zwölf Mitgliedskommunen getragen, wobei die Hauptlast bei den vom HRB profitierenden Gemeinden angesiedelt ist. Die Baukosten betrugen insgesamt rd. 19 Millionen Euro. (Quelle: Wasserverband Rems, Projektinformation Stand 08.09.2020)