Naturpark Schwäbisch Fränkischer Wald - Lorch blüht auf

Im Rahmen eines Projektes des Naturparks Schwäbisch Fränkischer Wald legte unser Bauhof im Jahr 2017 sechs Wildblumenwiesen und Schmetterlings- und Wildbienensäume an.

Diese finden sich an folgenden Stellen:
– an der Gipfelkreuzung
– an der Wilhelmstraße
– in der Kiesäckerstraße gegenüber der GOA
– in der Bahnhofstraße
– am Radweg hinter der Grundschule Waldhausen
– in der Plüderhäuserstraße an der Rems entlang

Seitdem lässt der Bauhof jedes Jahr weitere Wiesenflächen stehen, z.B. am
- Echo zwischen Gaststätte und Sportplatz
- hinter der Remstalhalle
- am Gemeindehaus Waldhausen

Ziel ist es, dass mehr ehemals sehr intensiv gemähte Flächen als naturnahe Wiesen stehen gelassen werden. Manch Außenstehender sieht einen zwingenden Mähbedarf. Doch mäht man zu häufig oder zu einem ungünstigen Zeitpunkt, dann schadet man Insekten, Vögeln, Amphibien und den Wildpflanzen an sich. Daher besteht die Auffassung, dass zwei Mähdurchgänge pro Jahr notwendig sind. Ein erster Schnitt ist dabei frühestens Ende Mai bis spätestens Ende Juli durchzuführen, ein weiter Anfang August bis spätestens Ende Oktober.
Nutzen Sie doch einen Spaziergang am Abend oder am Wochenende und schauen Sie sich die Blühflächen auf unserer Gemarkung an.




Weitere Hintergrundinformationen zu der Aktion „Blühflächen“ des Schwäbisch-fränkischen Waldes
 
Der weltweite Rückgang von Insekten macht auch vor unserer Region nicht halt. Es sind verschiedene Faktoren, die für den Rückgang von Wildbienen, Schmetterlingen, Schwebfliegen und Co. verantwortlich sind. Ein Aspekt ist, dass unsere heimische Insektenwelt an bestimmte Pflanzenarten angepasst sind – und diese Artenvielfalt nimmt in unserer Landschaft immer weiter ab. Für alle bestäubenden Insekten ist ein ausreichendes Angebot an Nektar und Pollen vom Frühjahr bis in den Herbst hinein jedoch lebensnotwendig. Wenn Wildblumenwiesen, blühende Sträucher und Gartenstauden sowie Ackerwildkräuter immer weniger werden, finden Insekten zu wenig Futter.
Um die Artenvielfalt in unserer Region zu erhöhen und um dem fortschreitenden Insektensterben ein Stück entgegenzuwirken, wurde das landesweite Projekt „Blühende Naturparke Baden-Württemberg“ ins Leben gerufen. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln aus dem Sonderprogramm des Landes Baden-Württemberg zur Stärkung der biologischen Vielfalt mit dem Ziel, durch die Anlage von Wildblumenwiesen ganzjährig Lebensraum und ein vielfältiges Nahrungsangebot für Insekten zu schaffen. Im Gegensatz zu Honigbienen fliegen viele Wildbienenarten keine weiten Strecken. Daher kommt es nicht so sehr auf die Größe der einzelnen Fläche an, sondern auf ein möglichst dichtes Netz an Wildblumenstandorten, um auch die Ausbreitung der Insekten zu unterstützen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die richtige Flächenpflege.
Wie sich naturnahe Wildblumenwiesen am besten entwickeln und wie die Pflege von Schmetterlings- und Wildbienensäumen aussieht wird im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald im Rahmen eines Bauhoftrainings gelehrt. In den Seminaren des Bauhoftrainings werden die Mitarbeiter:innen der kommunalen Bauhöfe in der Anlage und Pflege von naturnahen, öffentlichen Grünflächen geschult und beraten. Auf „Eh da“-Flächen in den Teilnehmergemeinden, etwa entlang von Rad- und Fußwegen oder gemeindeeigenem Grünland, soll mit gebietsheimischem und mehrjährigem Saatgut die Vielfalt nachhaltig und langfristig erhöht werden.
Doch nicht nur für die Bauhöfe ändert sich durch den Blühenden Naturpark das Pflegemanagement, auch für die Bevölkerung wird es zunächst eine Umstellung für die Augen sein. Hier gilt: Geduld haben, der Natur eine Chance geben sich zu entfalten und offen für eine neue Ästhetik sein, denn Wachstum braucht Zeit!