Stadt Lorch
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Stauferland

Triptychon von Hans Kloss

Irene Maria von Byzanz - Rose ohne Dorn

Sie war die meistbewunderte Frau des hohen Mittelalters, die oströmische Kaisertochter Irene von Byzanz, Herzogin von Schwaben und später deutsche Königin, die im Chor der Lorcher Klosterkirche begraben wurde.

Über die byzantinische Kaisertochter ist nur wenig bekannt. Irene wurde aus politischen Gründen im Alter von 14 Jahren mit dem sizilianischen Normannenkönig Roger verheiratet. Als der Stauferkaiser Heinrich VI. kurz darauf das Normannenreich eroberte, nahm er sie 1194 bei der Einnahme von Palermo gefangen. Ihr Gemahl Roger kam vermutlich durch die Staufer ums Leben. Gefangen auf der Burg Schweinshausen bei Biberach/Riss lernte Irene den Bruder von Heinrich VI., Herzog Philipp von Schwaben kennen. 1195 wurde die 15-jährige Witwe mit Philipp, einem Sohn Barbarossas, vermählt. Damit war eine Verbindung zum byzantinischen Kaiserhaus erreicht, ein politisches Ziel, das die Staufer lange Zeit vergeblich angestrebt hatten. Durch ihre Heirat gelangte Irene auf die Burg Hohenstaufen.
Gegen seinen eigentlichen Willen wurde Philipp im Jahr 1198 zum deutschen König gewählt, was einen zehn Jahre dauernden Bürgerkrieg zwischen Welfen und Staufen auslöste und mit der Ermordung Philipps 1208, dem ersten Königsmord in der deutschen Geschichte, endete.
Die hochschwangere Königin Irene floh auf den Hohenstaufen, wo Sie am 27.8.1208 im Alter von nur 28 Jahren bei der Geburt ihres siebten Kindes starb. Zusammen mit ihrem Kind wurde Irene im Kloster Lorch, der Grablege der Staufer, beigesetzt.

Irene war als Königin beliebt und an Deutschlands Höfen geachtet. Walther von der Vogelweide, der berühmteste Minnesänger seiner Zeit, besang Irene von Byzanz als "Rose ohne Dorn, Taube ohne Galle".

Wenn Sie noch mehr über die spannende Geschichte der Königin Irene erfahren wollen, dann nehmen Sie an einer der interessanten Führungen im Kloster Lorch teil.

Der Irenen-Ring


Als man 1830 bei Abrissarbeiten an der Stelle der ehemaligen Sakristei der Lorcher Klosterkirche einen fein gearbeiteten Emailring in Goldfassung fand, schrieb man ihn unbewiesen der Königin Irene zu. Vermutlich gehörte der Ring aber einem Lorcher Abt im 15. Jahrhundert.
Bereits im 19. Jahrhundert begann ein Lorcher Goldschmied, Kopien des Rings anzufertigen, und auch heute kann man noch einen Irenen-Ring erwerben.
Das Original der Rings ging wahrscheinlich in den Wirren des 2. Weltkrieges verloren.

Irene-Triptychon


Zum Gedenken an Irene von Byzanz schuf der Lorcher Künstler Hans Kloss im Jahr 2004 ein Triptychon, ein dreigeteiltes Gemälde, welches das wechselvolle Leben der Irene wiederspiegelt.
Das Monumentalgemälde kann im Kloster Lorch auf der Empore der Prälatur besichtigt werden.

Jubiläumsweg Königin Irene


Der 800ste Todestag der staufischen Königin veranlasste die Ortsgruppe Lorch des Schwäbischen Albvereins im Jahr 2008 dazu, den Jubiläumsweg Königin Irene zu schaffen. Markiert wird dieser Rundweg, der auch durch die Schelmenklinge führt, durch eine Rose ohne Dornen.
Eine ausführliche Wegbeschreibung des Jubiläumsweges finden Sie beim Schwäbischen Albverein.

Gunter Haug: Die Rose ohne Dorn


Gunter Haug schildert in diesem historischen Roman ( ISBN 3-87181-012-6) das geheimnisvolle Leben und tragische Schicksal der Irene von Byzanz. Der Leser erlebt anhand eines Frauenschicksals vor 800 Jahren den erbitterten Machtkampf zwischen Staufern und Welfen, eines der wichtigsten Ereignisse im deutschen Mittelalter.

Buchung / Information:


Touristikbüro Kloster Lorch
Tel.: 07172 928497
Fax: 07172 188248